Vorbereitungen für die Weihnachtsaktion `09

Bis in die späten Abendstunden wurde für die Dekoration zur Weihnachtsaktion in der Ellhornstraße gearbeitet.

Posted 2 years ago Notes

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Ideen zur Gestaltung ungenutzter Freiflächen

Weihnachtsaktion:

Über das Designlabor

Das Designlabor Bremerhaven erforscht die Möglichkeiten interdisziplinärer Gestaltung für die Zukunft. Als Impulsgeber für Innovationen in der Region erarbeiten die Teams des Institutes Konzepte für Wirtschaft und Wissenschaft. Internationale Nachwuchsgestalter und renommierte Experten aus den Bereichen Architektur, Design und Kommunikation arbeiten im historischen Fährhaus der Seestadt, das zum Kompetenzzentrum für Design umgewandelt wurde. Beratung, Workshops und Ausstellungen sind ebenfalls Teil der Arbeit.



Weitere Projekte des Designlabors

Halle X
Verlorene Orte 1

Bei Interesse bitte kontaktieren Sie uns gerne unter 0471/39156-0
info@designlabor.com

Pack- und Auktionshalle X


Städtische Reanimation im Fischereihafen


Wie ein versteinerter Riese liegt parallel zur Wasserkante die 1928 erbaute ehemalige Pack- und Auktionshalle X im Fischereihafen von Bremerhaven. Der 370 Meter lange, in 37 Segmente gegliederte Koloss ist ein städtebauliches Wahrzeichen aus der Blütezeit des 1896 fertig gestellten Fischereihafens. Die historischen Fotos des Fischereihafens belegen deutlich, dass gemessen an der kleinteiligen Bebauung im direkten Umfeld mit dem Bau der Halle X ein architektonischer Maßstabssprung stattgefunden hat. Selbstbewusst und repräsentativ steht das Klinkergebäude seit damals für das prosperierende Geschäft mit dem Fisch.



Obwohl zeitgleich baukonstruktiv weitaus innovativere und architek-tonisch noch ästhetischere Industriebauten wie zum Beispiel die Groß-markthalle in Leipzig mit ihren zur Erbauungszeit weltweit größten Schalenkuppeln oder die mittlerweile zur Ikone der Industriearchitektur stilisierte Zeche Zollverein XIII in Essen-Katernberg gebaut wurden, ist die Halle X für Bremerhaven ein wichtiges solides architektonisches Zeitdokument, das für die „Veredlung der Arbeit durch Architektur“ (Wolfgang Pehnt) steht. Heute steht die Halle zum größten Teil leer. Partiell ist sie zum Abstellraum verkommen, es gibt einige Wohneinheiten, die sich jedoch in der ungeheuren Baumasse verlieren, und es gibt ein paar Anbauten, die ohne gestalterischen Anspruch an das Gebäude gesetzt wurden und dessen Qualitäten stark beeinträchtigen. Eine angemessene, das Gebäude aufwertende Nutzung für die ca. 30.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche ist jedoch in Sichtweite. Bekannt für die Erarbeitung von Lösungen für Aufgaben aus den Bereichen Kommunikationsdesign, Architektur und Produktdesign ist das Designlabor Bremerhaven mit den diesjährigen sieben ausgewählten Stipendiaten/innen um eine qualitative Einschätzung des Objekts gebeten worden. Grundlagen für ein Gelingen einer solch schwierigen Aufgabe ist eine umfangreiche Analyse des Gebäudebestandes.


Darüber hinaus war der soziale Kontext des gesamten Fischereihafens zu untersuchen. Abreißen oder weiterbauen? Diese grundsätzliche Frage war schnell beantwortet, denn für einen Erhalt der Halle spricht eine ganze Reihe von Argumenten: 1. die solide Bausubstanz und dank der Stahlbetonskelettbauweise die Möglichkeit einer flexiblen Grundrissgestaltung; 2. der hohe Bekanntheitsgrad des Gebäudes als identitätsstiftendes Moment innerhalb des Fischereihafens; 3. die außergewöhnliche Lage direkt am Wasser; 4. die Ökonomie der Mittel: Weiterbauen ist nachhaltiges Bauen im besten Sinne. Einsparung der Rohbaukosten. Eine andere, kontrovers diskutierte Frage war, wie das Gebäude ge-nutzt werden kann, ohne größere baukonstruktive und damit kostspielige Veränderungen vorzunehmen. Und: Wie soll der bauliche Eingriff beziehungsweise der bewusste Gegensatz zu dem Bestand sichtbar gemacht werden, ohne den historischen Wert des Gebäudes zu konterkarieren?



Jeder Strukturwandel bedeutet eine Anpassung an neue Bedürfnisse. Neue Anforderungen sollten, so argumentieren die Stipendiaten/innen mit gutem Recht, auch formal im Gebäude ablesbar werden. Geschichte ist sichtbar weiterzuführen und darf nicht erstarrte Masse werden. Das die Auseinandersetzung mit dem Gebäudebestand keine neue Infrastruktur benötigt, ist ein Indiz für nachhaltige integrative Planung. Vorraussetzung für eine nachhaltige Programmierung des Gebäudes, bei gleichzeitig immer flexibleren Nutzungszeiträumen ist eine ebenso gezielte wie kalkulierte Redundanz in der Gebäudestruktur. Sie sollte über Qualitäten verfügen, die über die eigentlichen Funktionen hinausgehen, für die sie gebaut wurden.


Die Ergebnisse dieser sieben Monate währenden Arbeit sind in dieser Studie eindrucksvoll festgehalten. Der klare chronologische Aufbau der Recherchearbeit und des Entwurfsprozesses geben auch Laien einen Einblick in eine beispielhafte Auseinandersetzung mit einem historischen Gebäude. Die vorgestellten Entwürfe stellen nicht nur seriöse Ansätze, sondern auch innovative Entwicklungspotentiale dar, die alle den Anspruch auf Realisierbarkeit haben. Ein kraftvoller Solitär, dessen Wirkung durch die Collagierung von großflächigen, über mehrere Geschosse reichenden Öffnungen und monolithisch geschlossenen Fassaden gesteigert wird, ist entstanden. Die Transformation historischer Strukturen und Materialien gelang auf bemerkenswerte Weise. Das Gebäude erhält öffentliche, halböffentliche und private Bereiche, die geeignet sind, die Defizite der Infrastruktur des Fischereihafens zu beseitigen. Darüber hinaus gelingt es den Entwürfen, einen abwechslungsreichen Rahmen für die Mitarbeiter und Gäste im Fischereihafen für gesellschaftliches kommunikatives Handeln darzustellen. Der versteinerte Riese kann mit diesen vorliegenden Vorschlägen er-folgreich reanimiert werden, und die Stadt Bremerhaven wäre um eine publikumsträchtige Attraktion reicher.


Ulrich Exner Frankfurt am Main


Projektpartner: Fischereihafenbetriebsgesellschaft mbH



Dokumentation:


Halle X, Nutzungsstudie für die Pack- und Auktionshalle X im Fischereihafen Bremerhaven, 200 Seiten, Herausgeber: Designlabor Bremerhaven, Mai 2008 EUR 50,- zzgl. Versandkosten Bestellen unter: info@designlabor.com

Verlorene Orte im Stadtraum


Ein Projekt des Designlabor Bremerhaven
im Auftrag vom Magistrats der Stadt Bremerhaven,
Referat für Wirtschaft, Stadtplanungsamt



Die Stadt Bremerhaven durchlebt wie viele industriell geprägte Städte einen tief greifenden Wandel. Gesunkene Einwohnerzahlen, hohe Erwerbslosigkeit und niedrige Kaufkraft prägen die Stadt ebenso wie boomende Häfen und Erlebniswelten. Wachstum und Schrumpfung stehen nebeneinander.

Der Einzelhandel befindet sich insbesondere in den Nebenzentren in einer Abwärtsspirale. Der bundesweit zu beobachtende Strukturwandel in der Branche zeigt auch in Bremerhaven Wirkung. Einkaufszentren verdrängen den kleinteiligen Einzelhandel in den Stadtteilen. Das Angebot an freien Ladenflächen nimmt weiter zu.



Dieses nicht eben erfreuliche Szenario bildete den Hintergrund für das Projekt. Im nüchternen Jargon der Stadtplanung hieß die Aufgabe »Entwicklung von neuen Impulsen zur Revitalisierung von Gewerbeflächen«.

Das Designlabor übernahm dieses Projekt mit der Idee, eine Gestaltungswerkstatt vor Ort zu gründen. Ziel war von Anfang an, aus den Erfahrungen mitten im städtischen Geschehen neue Konzepte zu entwickeln. Für diese anspruchsvolle Arbeit schrieb das Designlabor Stipendien aus. Aus einer großen Zahl von Bewerbern wurde eine Gruppe von fünf Gestaltern aus den Bereichen Architektur, Produktdesign und Kommunikationsdesign ausgewählt. Die fachliche Leitung des Teams übernahm der Frankfurter Architekt Prof. Ulrich Exner. Soziologen und weitere Experten u. a. für städtebauliche Fragen gehörten zu den Beratern.



Im Mittelpunkt des Projektes standen exemplarisch zwei Straßenzüge in Bremerhaven. Die Georgstraße im festgelegten Stadtumbaugebiet im südlichen Stadtteil Geestemünde und im Norden im URBAN II-Programmgebiet die Hafenstraße in Lehe. An beiden Orten stehen im Kernbereich rund ein Viertel der Läden leer, weitere Geschäfte sind von der Pleite bedroht.

Die Georgstraße ist geprägt durch verkehrsgerechten Ausbau und ca. 30.000 durchfahrende Fahrzeuge täglich. Sie hat sich zum Transitraum in die für den Tourismus erschlossene Innenstadt und für den weiteren Durchgangsverkehr zu den Häfen entwickelt. Es zeigte sich, dass Revitalisierungskonzepte für Einzelhandelsflächen allein nicht ausreichen werden, sondern zusätzlich ein übergreifendes Konzept zur Identitätsbildung für den Stadtteil ratsam ist.



Das Zukunftspotential in der Hafenstraße im traditionellen Arbeiterviertel liegt dagegen gerade in seiner städtebaulichen Qualität mit Gründerzeit-Architektur. Gezeichnet ist das Viertel vom sozialen Abstieg des Stadtteils. Verödung und Verlust an Alltagskultur an einem sozialen Brennpunkt überlagern vorhandene Charakteristika und Qualitäten. Aus diesem Grund wurden große Teile des Stadtteils Lehe in das operationelle Programm URBAN II der Europäischen Union aufgenommen. Auch nach Abschluss des Programms ist im URBAN II-Fördergebiet in der Zukunft mit einschneidenden Problemen zu rechnen, die sich aus der Schwäche der programmgebietsbezogenen städtischen Strukturen, aber auch aus den offenkundigen Strukturdefiziten im regionalen Umfeld ergeben und weiterhin erhebliche Kraftanstrengungen sämtlicher Akteure erfordern.

Der Ansatz des URBAN II-Programms beruht auf einer zielstrebigen Ausrichtung zur dauerhaften Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen im Programmgebiet, und zwar u. a. über die Schiene Existenz- bzw. Unternehmensgründungen (und deren vor- und nachgelagerten Beschäftigungseffekte). Das Designlabor hat mit dem Projekt die drei Schwerpunkte wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitsmarkt und Soziales sowie städtebauliche Erneuerung auf innovative Weise miteinander verknüpft und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Die Gestalter eröffneten an der Hafenstraße unter dem Namen »vorübergehend geöffnet« ein Labor für neue Ladennutzungen, das in den folgenden zehn Wochen geöffnet blieb und sich zu einem Publikumsmagnet entwickeln sollte. Das Ladenlokal wandelte sich in dieser Zeit von einer Galerie zu einem Cafe mit Büchertauschbörse. In der dritten Phase boten das Designlabor und weitere eingeladene Designer Produkte zum Verkauf an. Mit diesem Nutzungskonzept ist es gelungen, ein Angebot zu kreieren, das die Bedürfnisse im Stadtteil traf und gleichzeitig Publikum aus anderen Milieus anzog. Soziale, kulturelle und kommerzielle Nutzungen mit interaktiver Qualität wurden teils nacheinander, teils gleichzeitig oder überlappend umgesetzt. Kostenloser Aufenthalt war ebenso möglich wie bezahlter Verzehr oder Einkauf.

Die gestalterische Umsetzung der Idee gelang mit gekonnter Improvisation und Einfachheit. Ein frisches Corporate Design verbunden mit entsprechender PR und Elementen des (Guerilla-)Marketing waren weitere Erfolgsfaktoren. Die eigens für den Laden gestalteten Verkaufsprodukte überzeugten durch Originalität: Sie waren heiß begehrt.



Mehr als 1000 Personen besuchten als Gäste oder Kunden die Hafenstraße 73. Am Ende gab es eine Art Stammpublikum aus dem näheren und weiteren Umfeld. Dazu kamen Besuchergruppen und angereiste Fachleute. Die Resonanz in den Medien war ungewöhnlich groß.

Das Experiment im Labor für neue Ladennutzungen kann insoweit als gelungen bezeichnet werden. Die Zwischennutzung hat frischen Wind in den Stadtteil gebracht und zur Lebensqualität vor Ort beigetragen. Zu verzeichnen ist auch eine gestiegene Nachfrage nach Designberatung, die als Reaktion auf die Situation an beiden Standorten als zusätzliche Dienstleistung vom Designlabor angeboten worden ist. Erste Reaktionen aus dem URBAN II-Programmgebiet haben gezeigt, dass die Impulse aufgegriffen werden und mit Existenzgründungen im Bereich Einzelhandel, Handwerk und Dienstleistungen zu rechnen ist. Die Erfahrungen aus dem In- und Ausland mit temporären Nutzungen bestätigten sich. Patentrezepte gibt es jedoch nicht: Nachhaltiger Erfolg ist, auch das ist ein Ergebnis, nur mit Konzepten möglich, die sensiblen Respekt vor dem speziellen Umfeld und seinen Bewohnern ausstrahlen. Gestalter können dabei ihre Stärken unter Beweis stellen. Unter dieser Prämisse bietet das jetzt abgeschlossene Projekt eine Fülle von Anregungen für die Umsetzung weiterer Projekte, mit spezifischer Ausrichtung auf die Bedürfnisse im Stadtumbaugebiet Geestemünde. In einem nächsten Schritt ist daher mit den Partnern die Erarbeitung eines Identitätskonzeptes für den Stadtteil geplant.

Innovativer Umgang mit dem Ladenleerstand setzt aber auch ein Umdenken in Kreisen der Immobilienwirtschaft voraus. Die praktische Erfahrung zeigte, dass es daran zurzeit noch mangelt. Um aus dem Experiment eine Strategie zur Revitalisierung von Gewerbeflächen machen zu können, sind Rahmenbedingungen und vernetzte Organisationsformen für das Leerstandsmanagement notwendig, die ambitionierte Initiativen kompetent begleiten und fördern können.

Anne Havliza





Die Dokumentation umfasst alle Phasen des Projektes, von der Recherche über Konzeption und Entwurf bis zur Umsetzung dreier Zwischennutzungskonzepte und deren Bespielung im temporären „Labor für neue Ladennutzungen“.

Herausgeber: Designlabor Bremerhaven, 6 Einzelhefte im Schuber, insgesamt 152 Seiten mit zahlreichen farbigen Fotografien, Grafiken und Plänen Preis: 49,00 € 
(zzgl. 5,00 € Porto und Verpackung)

Projekt Brache - Verlorene Orte 2


Das Designlabor erarbeitet einen Beitrag zur immer aktueller werdenden Debatte um den kreativen Umgang mit Freiräumen in schrumpfenden Städten. Auf dem Programm steht die Erschließung einer Brachfläche für die öffentliche Nutzung in Bremerhaven-Geestemünde. Städtebauliche und gestalterische Interventionen für die konkrete Umsetzung in der Brache an der Ellhornstraße sind vorgesehen.


Die Erfahrung aus Vorgängerprojekten zeigt, dass Revitalisierung möglich ist, wenn gestalterische Interventionen von den Bürgern als Chance begriffen werden, ein Stück neue Lebensqualität in ihrem Umfeld zu entwickeln. Das Designlabor wird daher die Akteure aus der Stadt in die aktive Mitgestaltung einbeziehen. Zu diesem Zweck wurde eigens ein Laden an der Georgstraße in Bremerhaven angemietet, um vor Ort mit den Bürgern gemeinsam Ideen zur kreativen Rückeroberung von Freiräumen zu entwickeln.


Vor zwei Jahren legte das Designlabor eine Studie für die legendäre Pack- und Auktionshalle X im Fischereihafen vor, die jetzt die Grundlage für die Neuausrichtung der Gewerbebrache bildet. Im vergangenen Jahr wurden in dem mehrfach ausgezeichneten Projekt „Verlorene Orte I“ neuartige Nutzungsvorschläge für den Ladenleerstand gemacht, das viele Initiativen für neue Ladennutzungen in Bremerhaven nach sich zog.

WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH Kontorhaus am Markt Langenstraße 2-4 (Eingang Stintbrücke 1) 28195 Bremen


Tel: 0421 / 96 00 – 10 Fax: 0421 / 96 00 - 810 mail@wfb-bremen.de Vertretungsberechtigt sind: Andreas Heyer (Vors.), Michael Göbel, Claus Kleyboldt, Dr. Dieter Russ, Hans Peter Schneider, Dr. Klaus Sondergeld Geschäftsführung: Andreas Heyer (Vors.) Michael Göbel Claus Kleyboldt Dr. Dieter Russ Hans Peter Schneider Dr. Klaus Sondergeld


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